NEW:WORK – revisited
Die Relevanz von New Work Heute, Morgen & Übermorgen

Neue Formen und Organisation von (Zusammen-) Arbeit – sie sind dringend notwendig, denn die Arbeitswelt ist im Wandel. Sie wird immer komplexer, dynamischer und herausfordernder. Gleichzeitig bietet sie heute mehr Chancen für Selbstverwirklichung und Individualität als je zuvor. Dieses Spannungsfeld bringt große Unsicherheiten mit sich. Doch diese kann man mit den richtigen Ansätzen und Methoden gezielt und erfolgreich nutzen.

Das Konzept von New Work ist nicht neu! Einen Weg zu finden, es umfassend zu leben, in Organisationen zu integrieren und nachhaltig zu etablieren schon.

WARUM NEW WORK (JETZT)?

Demographischer Wandel, Globalisierung, Digitalisierung, Individualisierung, Fachkräftemangel, Konnektivität, Demokratisierung (in Organisationen), Diversity und Neo-Ökologie. Das sind nur ein paar wenige Umbruchs-Phänomene der letzten Jahrzehnte. Wir leben in einer Welt, in der unterschiedlichste disruptive Veränderungen und Megatrends wirken. New Work ist einer davon: Das Zukunftsinstitut zählt es zu den zwölf größten Treibern des Wandels. 

Als zusätzliche Einflussfaktoren haben in den letzten Jahren Krisen – wie die Klima- und Coronakrise –disruptive Veränderungen ausgelöst und ihrerseits als Treiber gewirkt. Nicht nur Individuen, Teams, Organisationen, sondern die gesamte Gesellschaft war gefordert, Handlungs- und Denkmuster infrage zu stellen und sich neu auszurichten.  

Diese Veränderungen und Krisen beeinflussen zwischenmenschliche Kommunikation, Arbeitsweisen und damit verbundene Aufgaben. Sie begünstigen die Entwicklung neuer Arbeitsmodelle und - formen, wie z. B. Kollaborationsformate oder Co-Kreation. Virtuelle und hybride Zusammenarbeit verbreiten sich zunehmend, klassische Organisationsstrukturen weichen vielerorts fluiden Ansätzen mit flachen Hierarchien und einem hohen Grad an Selbstorganisation à la Frédéric Laloux. 

Neue Formen der Zusammenarbeit bekamen mit zunehmender Digitalisierung und der abnehmenden Notwendigkeit physischer Präsenz an einem festen Arbeitsplatz in den vergangenen Jahren immer mehr Zuspruch. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen massiv verstärkt und gezeigt, dass mobiles Arbeiten von zuhause oder dem Co-Working-Space möglich und ggf. sogar effizienter sein kann. 

Auch das Verhältnis zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden verändert sich, was beispielweise für Führungskräfte bedeutet, sich mit neuen Ansätzen von Leadership auseinanderzusetzen sowie ihre Führungsprinzipien und -praktiken anzupassen.  

Junge Generationen (Y, Z) bringen eigene Bedürfnisse und Werte in die Arbeitswelt und suchen nachhaltige Lösungen für die Zukunftsaufgaben. Work-Life-Balance konkurriert mit Work-Life-Blending, das mehr Flexibilität, Selbstbestimmtheit und Produktivität verspricht. Immer öfters steht der Sinn der Arbeit im Vordergrund, das „Warum“, nicht nur die Karriereaussichten. Die physischen Grenzen eines modernen Büros ersetzt das Wir-Gefühl der Unternehmenskultur. Arbeitende beschäftigen sich zunehmend mit der Frage: „Wie will ich arbeiten?“. 

New Work gewinnt in diesem Gesamtzusammenhang immer mehr Bedeutung – als Antwort auf die Frage, wie das Arbeiten, Führen und Wirtschaften besser und nachhaltiger an die moderne Welt und an menschliche Bedürfnisse angepasst werden kann. New Work ist heute somit präsenter und aktueller denn je und betrifft uns alle: jetzt und in der Zukunft. 

New Work beschreibt eine Arbeit, die Menschen Kraft und Entwicklungsperspektiven bietet und sie intrinsisch motiviert. In diesem Sinne betrachten wir bei cidpartners New Work als Inspirationsquelle für „Better Work“.  

WOHER KOMMT NEW WORK?

Auch wenn der Name etwas anderes suggeriert, ist die Idee von New Work alles andere als neu. Der Vater des Gedankens war (der 2021 verstorbene) Sozialphilosoph Frithjof Bergmann, der das Konzept der New-Work-Bewegung bereits Mitte der Siebzigerjahre formulierte. Bergmanns Motivation war es, eine Alternative zum klassischen Lohn-Arbeitsmodell im kapitalistischen Wirtschaftssystem zu finden. In Bergmanns ganzheitlichen Ansatz emanzipieren sich Menschen u.a. von der Arbeit als Werkzeug am Fließband und werden zu Individuen, die sich selbst verwirklichen können. Diese Arbeit verändert schließlich ihr eigenes Leben so, dass sie sich „lebendig(er)“ und stärker fühlen. In Bergmanns Welt tun Beschäftigte das, was sie „wirklich, wirklich wollen”. 

WAS BEDEUTET NEW WORK? – WIE WIR BEI CIDPARTNERS NEW WORK VERSTEHEN

Bei der Beschäftigung mit dem Begriff New Work wird schnell klar, dass es kein einheitliches, allgemein akzeptiertes Verständnis von New Work gibt, sondern es als Sammelbegriff für unterschiedliche alternative Modelle und Ansätze fungiert. Sie reichen von agilen Entwicklungsmethoden wie Scrum oder Design Thinking, über partizipative Organisationsmodelle wie Holacracy, Soziokratie, Erklärungsmodelle wie VUCA-Welt und Kreativökonomie bis zu hin Jobsharing und Coworking.  

Als Idealvorstellung für selbstbestimmtes Arbeiten umfasst New Work verschiedene Dimensionen und zeigt sich in strategischen Themen (wie neuen Führungsmodellen) genauso wie in konkreten Maßnahmen (wie neuen Arbeitszeiten- oder Raumkonzepten). Gleichzeitig ist New Work kein Selbstzweck, sondern generiert Mehrwert für Beschäftigte, indem Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit des Handelns sowie damit einhergehend Kreativität und Produktivität steigen. Die Wirkungsbereiche umfassen die:  

  • individuelle Ebene,  
  • die organisationale und
  • die gesellschaftliche Ebene.

Über das Zusammenwirken dieser Bereiche und der dahinter liegenden Haltung bietet New Work einen Rahmen für eine nachhaltige und sinnorientierte Transformation an.

Es wäre sehr praktisch, eine goldene Regel parat zu haben, wie dieser Rahmen gefüllt werden kann. Nun lebt die New Work-Idee von Diversität und Agilität der Menschen und Organisationen und hebt individuelle Lösungen hervor. Also gibt es nicht den einen Weg oder Ansatz. Wichtig ist, sich auf den Weg zu machen und Themen anzugehen, und so, wie es im jeweiligen Kontext sinnvoll und machbar erscheint. Dazu gehört auch, sich über grundlegende Prinzipien Gedanken zu machen, die hierbei einen Rahmen geben können.

WELCHE DIMENSIONEN VON NEW WORK SIND BEI GANZHEITLICHER BETRACHTUNG UND IMPLEMENTIERUNG ZU BERÜCKSICHTIGEN?

New Work ganzheitlich zu betrachten bedeutet (bei uns, cidpartners), unterschiedliche Dimensionen von New Work in den Blick zu nehmen. Denn besseres Arbeiten fußt auf vielen Bereichen, ganz im Sinne unseres Claims „integrating perspectives“. Wir unterscheiden zwischen folgenden Dimensionen:

Dimension MENSCH & ORGANISATION
Dimension RAUM & ARBEITSUMFELD
Dimension TOOLS & INFRASTRUKTUR

Diese drei Dimensionen sind eingebettet in eine größere, dahinterliegende Dimension: unsere Gesellschaft & Umwelt.

WIE GELINGT NEW WORK IN DER PRAXIS? –
4 THESEN FÜR NEW WORK IN ORGANISATIONEN

  1. New Work heißt nicht „Wünsch dir was“ & kreatives Chaos
    • Um New Work im Sinne von Freiheit und Selbstorganisation überhaupt möglich zu machen, braucht es im ersten Schritt ein solides Fundament und einen Rahmen.
    • Je stärker unterschiedliche Aspekte von New Work integriert werden möchten, desto mehr Orchestrierung, Struktur & Klarheit braucht es zur Realisierung.
    • Dies erfordert zunächst eine bewusste Entscheidung und ein klares Commitment des Managements. Das Warum, der Purpose, und das Wie stehen zu Beginn einer jeden Reise nach New Work. Im Prozess sind stetiges Alignment und klare, regelmäßige Absprachen untereinander von hoher Bedeutung.
  2. New Work needs inner work
    • New Work benötigt neben „neuen“ Tools vor allem ein Wandel im inneren Kern und der Haltung des Unternehmens - weg vom starren Modell, hin zu maximaler Flexibilität. Relevante Aspekte wie Beteiligung, Autonomie und Freiheit werden dann möglich, wenn Menschen einen Sinn in ihrer Arbeit sehen.
    • New Work erfordert daher bei allen Akteur:innen mentale Agilität sowie Bereitschaft, gelernte Strukturen konstruktiv in Frage zu stellen, unterschiedliche Perspektiven  zu integrieren sowie Empathie & Arbeit auf Augenhöhe.
    • New-Work-Wandel im Mindset von Unternehmen stellt Menschen in den Mittelpunkt und macht Eigenverantwortung, Freiheit & Potenzialentfaltung zu zentralen Werten. Dies wiederum motiviert die Mitarbeitenden und trägt dazu bei, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren.
  3. Es gibt nicht das EINE New Work
    • One-Size fits all-Antworten auf den Wandel in der Arbeitswelt haben nichts mit New Work zu tun.
    • Die Passung & individualisiertes Vorgehen mit passendem Tempo machen den Unterschied, denn New Work zeigt sich überall anders.
    • Für die Transformation einer Organisation hin zu New Work muss jede Organisation ihren eigenen Zugang zu New Work, ihre Prinzipien und praktischen Implikationen finden, abhängig von Reifegrad, Kultur und Ausrichtung der Organisation.
    • Um den Weg zu New Work erfolgreich zu gestalten, sind Aufmerksamkeit und relevante Fragen nötig. Wo liegen die Herausforderungen & Stolpersteine: in der Struktur, im Mindset der Beschäftigten, in der Führungskultur? Auf welche Ressourcen können wir zurückgreifen?
  4. New Work bedeutet beides: Menschsein & Wirtschaftlicher Erfolg
    • New Work ist der Sweet Spot von Purpose, Produkt und Profit. Bei der Implementierung ist es wichtig, den Fokus auf alle Bereiche zu legen und nicht nur einzelne Facetten in den Blick zu nehmen. So gelingt es, sinnorientierte Arbeit mit höherer Produktivität und Wertschöpfung zu vereinen.
    • Organisationen, die bereit sind, ihre Unternehmenskultur zum Mittelpunkt ihrer Strategie zu machen und New Work als integralen Bestandteil der Organisationsentwicklung betrachten, haben nicht nur zufriedenere und produktivere Mitarbeiter:innen, sondern neuesten Untersuchungen zufolge auch wirtschaftlich mehr Erfolg.

Unser Fazit: New Work macht und stiftet Sinn, fördert das Menschsein in der Arbeitswelt, unterstützt gesellschaftliche und ökologische Verantwortung und schafft so die Basis für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Oft geht das allerdings mit der Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels der Unternehmenskultur, der Struktur, der Hierarchien, der Zusammenarbeit und der Arbeitsprozesse einher. Da ein solcher Prozess ganzheitlich und auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden sollte und in der Regel Zeit bedarf, ist es empfehlenswert, für die Gestaltung der New Work Transformation externe Unterstützung zu nutzen.

Externes Consulting und maßgeschneiderte Lösungen unterstützen Sie beim Finden des besten Wegs zum Erfolg und bei der frühzeitigen Identifikation möglicher Stolpersteine. Der Blick von außen sorgt für mehr Klarheit; bewährte Tools und Expertise helfen dabei, neue Perspektiven aufzuzeigen und zu integrieren. Entscheidend ist jedoch nicht zuletzt die Offenheit. Das bedeutet, die Grenzen des Gewohnten hinter sich zu lassen und Neuland entdecken zu wollen.

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Theresas Interesse gilt besonders der Verknüpfung der Organisationsentwicklung mit der Psychologie.

Theresa Brambach

Beraterin

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