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Soll ich oder soll ich nicht?

Mit dem Tetralemma aus dem Dilemma

Bei einer wichtigen Entscheidung in der Zwickmühle zu stecken, kostet Kraft und Schlaf. Mit der Tetralemma-Methode können Sie sich systematisch befreien und neue Lösungen finden.

I. Die Methode gegen Entscheidungsblockaden

Jeder von uns kennt Situationen, in denen wir weder ein noch aus wissen. Soll ich den neuen Job mit mehr Verantwortung und besserem Gehalt annehmen, auch wenn ich dafür in eine Stadt ziehen muss, in die ich eigentlich nicht will? Oder lieber auf den Karriereschritt verzichten, um nicht aus meinem sozialen Umfeld herausgerissen zu werden?

Dabei handelt es sich um ein klassisches Dilemma: Wir müssen uns entscheiden, doch keine der Optionen scheint uns erstrebenswert. Einen Ausweg aus dem Entweder-Oder mit seinen zwei starren Polen – das Di-lemma – bietet das Tetra-lemma, das vier Denkrichtungen anzeigt, wie ein Kompass.

Das Tetralemma ist ein einfaches und praktisches Denkwerkzeug. Es stammt aus der indischen Philosophie und wurde lange Zeit in der Rechtsprechung verwendet. Wir nutzen es dagegen, um Haltungen und Standpunkte einzuordnen, neue Perspektiven einzunehmen und kreative Denkprozesse anzustoßen. Es eignet sich unter anderem für:

  • Management von Widersprüchen und Paradoxien in Organisationen
  • Lösung von (Ziel-)Konflikten
  • Ausloten strategischer Optionen
  • Diagnose und Aufhebung von Blockaden
  • Sichtbarmachen von Übersehenem
  • Klärung nächster Schritte in Dilemmata jeder Art

II. Die Felder des Tetralemma

Das klassische Tetralemma besteht aus vier Feldern. Sie heißen: das Eine, das Andere, beides und keines. Das Eine und Andere sind die beiden Pole des Dilemmas. Mit dem Feld beides können wir die Frage stellen, ob sich die Optionen nicht doch miteinander vereinbaren lassen. Gibt es zum Beispiel eine flexible Lösung, in der ich den neuen Job annehme und trotzdem in meiner Heimatstadt bleibe? Mit keines können wir fragen, ob nicht alle verfügbaren Optionen abzulehnen sind, weil wir uns auf einem Holzweg befinden und den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

Später wurde das Tetralemma um ein fünftes Feld erweitert: etwas ganz anderes. Damit soll das Denken ganz auf den Kopf gestellt werden und überraschende Alternativen zutage fördern. Für das obige Beispiel kann das bedeuten, dass ich mich initiativ um eine verantwortungsvollere Stelle in meinem angestammten Unternehmen bemühe, sodass ich potenziell die Vorteile aus beiden Optionen genieße, aber keinen der Nachteile in Kauf nehmen muss.

Bei der Anwendung der Tetralemma-Methode ist es am besten, Feld für Feld methodisch und strukturiert durchzugehen. Dies sollte sowohl auf analytisch-rationaler, als auch auf emotionaler Ebene geschehen. Beobachten Sie vorurteilsfrei, welche Gedanken, Gefühle und Bilder in Ihnen aufsteigen, wenn Sie sich die jeweilige Entscheidung in ihren Konsequenzen vorstellen. Notieren Sie für jedes Feld Ihre Beobachtungen. Sie können dies auch mit einer Aufstellung verbinden, indem Sie sich räumlich für jedes Feld auf eine andere Position stellen und Ihre Reaktionen beobachten.

Wenn Sie alle fünf Felder auf diese Weise durchdacht haben, wird es Ihnen leichter fallen, Ihre Entscheidung zu treffen, ohne die Sorge, etwas Wichtiges übersehen zu haben.

III. Das Tetralemma in der aktuellen Situation

In Krisenzeiten, wenn der Druck steigt und eine rasche Entscheidung zu erzwingen scheint, nehmen wir schnell einen Tunnelblick ein. Mit diesem eingeschränkten Sichtfeld sehen wir nur noch das Eine oder Andere: entweder wir machen das Meeting präsent oder virtuell. Wir denken irrtümlicherweise, dass wir auf diese Weise Ressourcen sparen, dabei geraten uns wertvolle Optionen aus dem Blick. Wie sähe zum Beispiel eine Kombination aus präsent und virtuell aus, eine hybride Variante?

Mit der Tetralemma-Methode bleibt das Potenzial neuer Perspektiven nicht mehr ungenutzt. Sie kennen sicher die Momente, wenn Sie nach einem vollen Arbeitstag ins Weite blicken oder sich mit anderen unterhalten und plötzlich fällt Ihnen eine alternative Lösung ein, an die Sie bisher noch nicht gedacht haben. Das Tetralemma setzt genau hier an und öffnet den Horizont, reduziert Komplexität und erlaubt es, Entscheidungsprozesse ganz neu zu beleuchten.

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Theresa Schultes Interesse gilt besonders der Verknüpfung von Psychologie und Entwicklungsprozessen.

Theresa Brambach

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