Kultur entsteht übers Tun

Kulturentwicklung in Meetings – kleine Lösung mit großem Effekt

Jeder kennt es: über Kultur wird vielfach auf einem sehr abstrakten Level gesprochen. So ist es nicht verwunderlich, dass die gelebte und erlebte Kultur häufig nicht mit den Wünschen auf den Hochglanzpostern des Unternehmens übereinstimmt.
Und doch können sich Kulturveränderungen sehr schön „viral“ in vermeintlich kleinen Initiativen vollziehen, vorausgesetzt das Management steht dahinter und bringt sich im besten Falle als Erstes ein.

Die konsequente Veränderung von Meetingstrukturen eignet sich hierfür hervorragend. Warum? Weil Meetings noch immer die großen Zeitfresser sind: zu viele und nicht die richtigen Teilnehmer, fehlende Entscheidungen, fehlender Fokus, lange Meetings, ein Punkt „Sonstiges“, der alle Zeitpläne sprengt. Wenn es in diesen Punkten radikale Veränderungen gibt, ist das für alle zunächst einmal verstörend, doch in der Regel schon sehr bald hilfreich.

Mit radikal meine ich nicht „Kein Meeting ohne Agenda“, sondern Formate und Entwicklungen, die Entscheidungsprozesse auf den Kopf stellen sowie ein hohes Maß an Disziplin und Selbstverantwortung voraussetzen. Ihren Ursprung finden diese Formate in Methoden aus Holacracy, Scrum und Soziokratie.

Die Veränderung der Meetingstrukturen schafft Neues in zwei Richtungen:

Neue Formate kennenlernen: Die Teilnehmer lernen neue Formate kennen, die hervorragend an Organisationen anknüpfen können. In den meisten Fällen ist es ein klarer Bruch mit der bisherigen Meetingpraxis.

Sich selbst und die Kollegen neu erleben: Diese Meetingformate fordern, den Regeln klar zu folgen, z.B.: Wo ist der Platz für Verständnisfragen? Wann ist der Einwand ein valider Einwand? Wer entscheidet? Automatisch tauchen Themen auf wie Kommunikation, Feedback, Vertrauen, Verbindlichkeit oder auch Tabus. Gemeinsam mit erfahrenen Beratern, können diese Themen ganz konkret aufgegriffen, thematisiert und aufgelöst werden. Aus der Erfahrung liegt hierin ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die nachhaltige Entwicklung. Es genügt nicht, nur die Methode zu lernen.

Im Ergebnis wird sich der Umgang miteinander verändern. Neben Methoden Know-How bildet sich über das „anders Arbeiten“ eine veränderte Besprechungs- und Kommunikationskultur heraus. Das gilt sowohl auf der individuellen Ebene als auch auf der Team- und Organisationsebene und adressiert alle Hierarchieebenen.

Für einige fühlen sich die veränderten Besprechungsformate zunächst sonderbar an, für andere ist es sofort ein Gewinn. Die Lernkurve geht steil bergauf. Schnell werden die Formate zur Selbstverständlichkeit mit einer erhöhten Aufmerksamkeit auf den Umgang miteinander. Es werden mehr Entscheidungen getroffen, Meetings werden eingespart und bestehende Meetings effizienter durchgeführt. Das spricht sich herum und nicht selten fordern nach der Pilotphase andere Bereiche die neuen Meetingstrukturen ebenfalls ein. So entsteht eine Art „virale (Meeting-) Kulturentwicklung“.

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