Stabilität durch Fluktuation – Ist bei Ihnen alles im Fluss?

Aus der Serie „Business is beautiful“ (3)

Der dritte Blogbeitrag der Serie „Business is beautiful“ betrachtet das Prinzip „Stabilität durch Fluktuation“. Selbstorganisation findet nicht zufällig statt, sie folgt bestimmten Mustern. Dass Stabilität das Ergebnis permanent stattfindender Austauschprozesse ist, ist eines davon.
Die Stabilität offener, komplexer Systeme erwächst aus Fluktuation, aus intensiven Austauschprozessen von Energie, Materie und Information. Diese Austauschprozesse generieren einen dynamischen Gleichgewichtszustand, der von außen betrachtet wie ein stabiles System wirkt. Unternehmen sind solche offenen, komplexen Systeme. Sie wirken von außen stabil und ihre Bürogebäude und Organigramme vermitteln den Eindruck von Solidität.

Schaut man genauer hin, besteht ein Unternehmen aus einer unendlichen Anzahl von Import- und Exportprozessen von Informationen, Materie und Energie. Diese von Menschen und Maschinen vollzogenen Prozesse sind die Wertschöpfung des Unternehmens. Hier werden (Veredelungs-)Leistungen erbracht, ausgetauscht und Wert geschaffen. Unternehmen, die das verstanden haben, achten darauf, dass diese intensiven Austauschprozesse bewusst gepflegt, gestaltet und befeuert werden, denn sie bringen Entwicklung(sschübe) hervor, die das Unternehmen im Geschäft halten.

Stabilität ist das Gegenteil von Starrheit

Erstarrt dieser Austausch, dieser Fluss, ist Schluss mit Entwicklung. Erneuerung, Innovation und Erfolg bleiben aus. Wenn die Zellen unseres Körpers aufhören sich untereinander austauschen, lässt die Todesstarre nicht mehr lange auf sich warten. Aktuell erleben sich viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter als zu starr in ihren Vorgehensweisen, zu statisch in ihrem Denken. Für mich liegt es daran, dass diese Unternehmen in der Vergangenheit stark damit beschäftigt waren, auf die Stabilität („stabiles Wachstum“) ihres Unternehmens zu schauen und wenig auf die die Stabilität hervorbringenden intensiven Austauschprozesse geschaut haben. So haben die Unternehmen anstatt einen regen Austausch mit ihren angrenzenden Systemen (Kunden, Lieferanten, Aktionären, Regierungen) zu pflegen, z.B. mehr Zeit damit zugebracht, interne Prozesse zu optimieren.

Digitale Möglichkeiten sorgen für noch mehr Fluktuation

Für mich ist der Ruf nach mehr Dynamik und Agilität in den Unternehmen somit eine Art Rückbesinnung auf das, was Stabilität wirklich ausmacht. Dies sind nicht die starren Strukturen wie Hierarchie und Matrix sie suggerieren mögen, sondern die unendlichen Austauschprozesse (Fluktuation) im Unternehmen und des Unternehmens mit den angrenzenden Systemen, dem Markt. Der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit und Co-Kreation zwischen den Bereichen (den Silos) in den Unternehmen und mit Kunden und Lieferanten ist im Grunde genommen die Suche nach einem neuen, dynamischen Gleichgewicht der nächst höheren Ordnung mit (noch) mehr Fluktuation.

Machen Sie sich auf den Weg und achten Sie bewusst auf die vielen Austauschprozesse, die ihr (Berufs-)Leben stabil wirken lassen. Überlegen Sie z.B., wie Sie die Möglichkeiten der digitalen Welt, die unsere Systeme noch durchlässiger werden lassen, dafür nutzen können, diese Prozesse „upzugraden“ und Entwicklung ganz „natürlich“ hervorzubringen. Lassen Sie aus diesem Prinzip Praktiken für sich erwachsen, die Ihnen erlauben, mit dem selbstorganisierten Fluss der Dinge zu gehen und von ihm zu profitieren. Als Organisationsentwicklerin habe ich hieran persönlich die größte Freude, Menschen und ihre Unternehmungen wieder in Schwung, Ideen und Dinge ins Fliessen zu bringen.

Im nächsten Beitrag wird es um „Attraktoren“ gehen und ihre Rolle in der (Organisations-)Veränderungsarbeit. Wenn Sie sich mit mir und meinen Kolleginnen intensiver zu diesen und anderen Themen austauschen wollen, dann laden wir Sie herzlich ein, am 29. Juni 2017 in Hamburg an unserem VUKA-Workshop teilzunehmen. Nähere Informationen zu diesem Workshop finden Sie hier. Wir freuen uns auf Sie!

Hier geht es zum zweiten Artikel der Serie Business is beautiful.

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